Taube Logo Ferien vom Krieg

Seit 1994 verbindet die Aktion „Ferien vom Krieg“ humanitäre Hilfe und friedenspolitische Praxis. Sie zeigt exemplarisch, dass es in Kriegsgebieten – trotz Vorurteilen und Hass – neugierige junge Menschen gibt, die der jeweils herrschenden Propaganda nicht mehr trauen und die angeblichen Feinde von Angesicht zu Angesicht kennen lernen wollen. Über 21.000 Kinder und Jugendliche aus den Kriegsgebieten des ehemaligen Jugoslawien und über 1.600 junge Menschen aus Israel und Palästina, darunter auch Frauengruppen, haben bei Ferienfreizeiten und Dialogseminaren mit „den Anderen“ zwei Wochen unter einem Dach gelebt, gemeinsam gespielt, getanzt und Ausflüge gemacht. Sie haben einander zugehört, die fremde Sicht auf die Konfliktgeschichte kennengelernt und heftig gestritten – aber auch zusammen um die Opfer getrauert und geweint. Der intensive Dialog ist am sozialen Prozess orientiert und nicht an vorschnellen Ergebnissen. Dabei zeigt sich bei fast allen eine starke Bereitschaft zur Aussöhnung und zu Kompromissen. Bei über 22.000 Teilnehmerinnen aus feindlichen Lagern gab es bislang keine einzige Tätlichkeit, wohl aber viele anhaltende Kontakte, Freundschaften und gemeinsame Friedensaktivitäten mit der „anderen Seite“. Inzwischen gibt es in den Heimatregionen immer mehr Folgetreffen und Gruppen, die über die Grenzen hinweg ihre Erfahrung weiter vermitteln – zum Teil mit großem Medienecho! Diese Begegnungen sind intensiv und schmerzhaft, aber auch hoffnungsvoll und ermutigend. Dies wird in den jährlichen Broschüren, auf einer DVD mit kriegsbiografischen Interviews und der Web-Seite anschaulich dokumentiert. In Nablus/Westbank und in Gaza freuen sich jährlich 150 Kinder, die seit Jahren unter nächtlichem Flugzeug- oder Panzerlärm und Zerstörungen leiden, auf Ferienspiele im Sommer. Die Aktion „Ferien vom Krieg“ wird bisher ausschließlich durch private Spenden finanziert und durch meist ehrenamtliche Arbeit organisiert. Die Spenden können deshalb fast vollständig für die Dialogprozesse verwendet werden.
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